In Stuttgart haben 600 Antifaschist:innen in Solidarität mit den Inhaftierten Jo und Dy gegen die hohen Haftstrafen demonstriert, zu denen sie verurteilt wurden.

Am 13. Oktober 2021 endete der sogenannte „Wasen“-Prozess gegen die Antifaschisten Jo und Dy mit hohen Haftstrafen. Den beiden Verurteilten werden Körperverletzung sowie Landfriedensbruch vorgeworfen, ihre Haftstrafen belaufen sich auf 4,5 Jahre für Jo und 5,5 Jahre für Dy.

Haftstrafen für Jo und Dy: Harte Strafen sollen Antifaschist:innen abschrecken

In Solidarität mit Jo und Dy, aber auch allen anderen politischen Gefangenen, hat in Stuttgart eine kämpferische Demonstration stattgefunden. Unter dem Motto „Linke Politik verteidigen – Freiheit für alle Antifas!“ zogen rund 600 Demonstrant:innen durch die Stuttgarter Innenstadt.

Die Demonstration wurde begleitet von Grußworten anderer von Repression Betroffener, wie etwa dem inhaftierten Stuttgarter Antifa Findus, dem Soli-Bündnis zum Antifa-Ost-Verfahren aus Sachsen (in dessen Verlauf die Leipziger Antifaschistin Lina inhaftiert wurde), sowie der Soli-Gruppe zum Nürnberger Jamnitzer Prozess.

Gleich zu Beginn der Versammlung trafen Farbbeutel die Polizeiwache an der Theodor-Heuss-Straße. Die Polizei meldete, dass Flaschen und Farbbeutel auf Beamte geworfen worden seien. Dabei sei niemand verletzt worden. Die Organisator:innen berichten davon abweichend, dass Farbflaschen in Richtung der Einsatzfahrzeuge und Banken geflogen seien.

„Die hohen Strafen, die die Genoss:innen bekommen haben, müssen im aktuellen gesellschaftlichen Kontext gesehen werden. Mit Repression gegen militante Aktionen, gegen revolutionäre Strukturen, aber auch Verschärfungen der Versammlungs- und Polizeigesetze reagiert der Staat auf mögliche aufkeimende Konflikte.“, erklärt die Initiative „Freiheit für Jo und Dy“.

„Mit den Verurteilungen unserer Genossen endet die Solidarität nicht, vielmehr geht die Arbeit zum „Wasenverfahren“ weiter und steht vor neuen Herausforderungen. Konkret wird es in der kommenden Zeit darum gehen, Solidarität auch weiterhin praktisch werden zu lassen: Briefe an die Gefangenen zu schreiben, die inhaftierten Genossen sowie die weiteren Verfahren im „Wasen-Prozess“ zu begleiten und schlussendlich unsere Strukturen aufzubauen!“


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