`
Donnerstag, Juli 25, 2024
More

    Rheinmetall baut F-35A Kampfjets auf – nächster Schritt zu einer Kriegsindustrie

    Teilen

    Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) verschafft Rheinmetall einen Kampfjet-Deal. Der deutsche Waffenfabrikant wird maßgeblich an der Produktion von 400 US-Kampfjets des Typs F-35A mitwirken, davon 35 direkt für die Deutsche Luftwaffe. Für die deutsche Rüstungsindustrie und speziell Rheinmetall ist das – nach den Panzer-Bestellungen und der Munitionsfabrik in Großenhain – der nächste große Schritt.

    Am Dienstag wurde bekannt: Rheinmetall baut eine Fabrik zur Herstellung von F-35 Kampfjet-Teilen in Weeze (NRW). Einer der Lockheed-Martin-Manager, Mike Shoemaker, wertete die zügige Standortwahl für die Montagelinie als „wichtigen Meilenstein im deutschen F-35-Programm“.

    Die Standortwahl ist wohl kein Zufall: Zum einen besteht natürlich die Nähe zum Firmensitz in Düsseldorf, zum anderen die Grenze zum militärischen Partner in den Niederlanden. Beide Länder hatten erst vor kurzem – quasi als Kriegsvorbereitung – entschieden, ihre Bodentruppen faktisch zusammenzulegen.

    Niederländische Truppe soll in die Bundeswehr „integriert“ werden

    Deutsch-Amerikanische Kriegsvorbereitungen

    Rheinmetall und Lockheed Martin hatten bereits im April ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet, um gemeinsam ein „einzigartiges deutsches Raketenartilleriesystem zu entwickeln“. Nun folgt die gemeinsame Produktion des F-35A – ein „Schlüsselvorhaben der Bundeswehr“ und „Leuchtturmprojekt der deutsch-amerikanischen Rüstungszusammenarbeit“ der gemeinsamen Kriegsvorbereitung.

    In dem neuen Werk sollen mindestens 400 F-35A-Rumpfmittelteile für die Deutsche Luftwaffe und andere Mitglieder der Militärallianz produziert werden. Bei Rheinmetall ist man besonders „stolz“ auf die „seit Jahrzehnten bestehenden sehr engen Verbindungen zur Bundeswehr“.

    Der Besuch des neuen deutschen “Kriegsministers” Boris Pistorius in den USA sicherte dem Unternehmen nun den Milliarden-Deal mit dem US-Konzern Lockheed Martin.

    Pistorius in den USA: Fette Rüstungsdeals und Weltmachtambitionen

    Das F-35A Lightning II gilt als das derzeit leistungs­fähigste Kampfflugzeug der Welt. Die deutsch-amerikanische Kooperation solle „in Europa Maßstäbe setzen“. Der F-­35 kann taktische Nuklearraketen tragen und abschießen.

    Auch andere Projekte werden zurzeit verwirklicht. So plant der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall den Bau einer Pulverfabrik im sächsischen Großenhain. Auf einem ehemaligen Militärflugplatz sollen künftig chemische Vorprodukte für Munition hergestellt werden.

    Gewinnbringend für Rheinmetall und Luftwaffe

    Laut dem Chef des größten US-Waffenkonzerns trage die Fertigung dazu bei, „die wachsende weltweite Nachfrage zu befriedigen“ und mit „der F-35 in Bezug auf künftige Bedrohungen im 21. Jahrhundert einen Schritt voraus zu sein“. Der Export der Kampfjets ist also die klare Devise.

    Die 35 Kampfjets kommen dem deutsche Steuerzahler jedoch teuer zu stehen: So kostet allein ein einziger Kampfjet ca. 286 Millionen Euro. Alles in allem bezahlt die Bundeswehr 8,3 Milliarden Euro. Bei Produktionskosten von um die 70 Millionen Euro beträgt die Gewinnspanne für Rüstungskonzerne über 200 Millionen. Ein lukratives Geschäft also, an dem zukünftig auch Rheinmetall mitverdienen möchte.

    Erst 2023 stieg der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall nach einem Rekord-Börsenjahr 2022 durch den Krieg und die Waffenlieferungen in die Ukraine bereits in den führenden deutschen Aktienindex Dax auf. 

    Kriegsindustrie: Rheinmetall steigt in den Dax auf

    Mit Unterstützung der Bundesregierung durch Rüstungsaufträge steigert das global konkurrierende Unternehmen unterm Strich zuallererst seinen Umsatz – und die Waffenproduktion für Deutschland.

    Mehr lesen

    Perspektive Online
    direkt auf dein Handy!

    Weitere News