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Samstag, Juli 13, 2024
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    Israelische Soldaten bedrohen ARD-Team

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    Vergangenes Wochenende ist ein Team der ARD von Soldaten des israelischen Militärs (IDF) festgehalten und bedroht worden. Noch kurz zuvor arbeitete das Team an Recherchen über gewaltsame Siedler im Westjordanland. Immer wieder kam es in den vergangenen Wochen zu Angriffen auf Journalist:innen – und sogar Tötungen.

    Ein Presseteam der ARD ist in den besetzten Gebieten des palästinensischen Westjordanlands von israelischen Soldaten mehr als eine Stunde lang festgehalten und mit Waffen bedroht worden. Angaben des ARD-Studios Tel Aviv zufolge war der Korrespondent Jan-Christoph Kitzler zu dem Zeitpunkt gemeinsam mit einem palästinensischen Mitarbeiter und einer deutschen Kollegin auf dem Rückweg von einem Interview. Das Team recherchierte zu Gewalt zionistischer Siedler gegen Palästinenser:innen.

    Der betroffene Korrespondent beschreibt auf X (vormals Twitter) das aggressive Verhalten der Soldaten, die das Presseteam immer wieder aus nächster Nähe filmten. Außerdem hielten sie mehrmals ihre Waffen in das Fahrzeug der drei Festgehaltenen. Die Soldaten selbst scheinen ebenso Siedler aus der Gegend gewesen zu sein, denn sie waren unterwegs in Privatfahrzeugen und trugen zivile Kopfbedeckungen – vermutlich werden sie derzeit als Reservisten im israelischen Militär eingesetzt.

    Nicht nur Einschüchterungen, auch Tötungen

    Der Bayerische Rundfunk, seinerseits Betreiber des ARD-Studios Tel Aviv, verurteilt den Vorfall als klaren Angriff auf die Pressefreiheit und fordert Aufklärung – insbesondere vor dem Hintergrund, dass dies bereits der zweite Vorfall dieser Art innerhalb einer Woche gewesen sei.

    Trotz dieser und ähnlicher Warnungen von Seiten der Betroffenen kommt es seit der Zuspitzung der Lage im Nahost-Konflikt immer wieder zu – teils gezielten – Angriffen auf Pressevertreter:innen. Allein in den vergangenen vier Wochen wurden mindestens 36 Journalist:innen getötet, besonders gefährdet seien dabei diejenigen im Gazastreifen. Dem “Committee to Protect Journalists” zufolge sei der derzeitige Krieg in Israel und Palästina einer der gefährlichsten Konflikte für Journalist:innen seit Langem.

    Die israelische Armee entschuldigte sich mittlerweile “für jegliche entstandenen Unannehmlichkeiten“. Darüber hinaus hatte der Verband der Auslandspresse in Israel erst Ende letzten Monats die Wichtigkeit betont, die Sicherheit von Journalist:innen zu gewährleisten.

     

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