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Samstag, Februar 24, 2024
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    Mercedes-Benz oder Müllermilch: Die deutsche Wirtschaft und die AfD

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    Theo Müller ist der Großunternehmer hinter Marken wie der Müllermilch. Schon seit Jahren wird dem Milliardär eine Nähe zu faschistischen Kräften und Parteien vorgeworfen, vor kurzem bestätigte er Kontakte zur AfD-Chefin Alice Weidel. Mercedes-Benz sorgte in letzter Zeit für ähnliche Schlagzeilen.

    Müllermilch, Joghurt mit der Ecke, Milchreis – den deutschen Milliardär Theo Müller kennt man unter anderem für seine recht harmlos erscheinenden Molkereiprodukte. Über die letzten Krisenjahre hinweg steigerte er seinen Umsatz erheblich und gehört mit einem Vermögen von knapp 5 Milliarden US-Dollar zu den reichsten Deutschen. Schon länger wird dem Haupteigner der Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s. allerdings eine Nähe zu rechtsradikalem Gedankengut nachgesagt.

    Mittlerweile räumt der Großunternehmer ein, sich vor einigen Wochen mit der AfD-Chefin Alice Weidel in einem Nobelrestaurant im französischen Cannes zu einem privaten Dinner getroffen zu haben. Eigenen Aussagen galt sein Interesse bei den Gesprächen mit der Co-Vorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion vor allem „dem Programm der AfD sowie ihrer persönlichen Ansicht zur aktuellen Politik“.

    Nicht das erste Treffen dieser Art

    Anhaltspunkte, die auf eine NS-Ideologie bei ihr schließen ließen, habe er dabei nicht bemerkt. Dem Handelsblatt gegenüber gibt er darüber hinaus zu, dass dies nicht das erste Treffen mit Alice Weidel war – und auch nicht bleiben wird. Noch diesen Monat ist das nächste Treffen der beiden angedacht.

    Der Molkerei-Milliardär betont außerdem, dass er die AfD nicht mit Spenden unterstützen würde. Die teils faschistische Partei erhielt im ersten Halbjahr 2023 jedoch die meisten Großspenden von allen anderen Parteien – allen voran von Großunternehmer:innen.

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    Auch Mercedes-Benz pflegt Kontakte zur AfD

    Vor wenigen Tagen wurde im Rahmen von Recherchen des ARD-Politikmagazins Kontraste außerdem bekannt, dass auch der Automobilkonzern Mercedes-Benz Kontakte zu AfD-Politikern pflege. Konkret geht es dabei um den brandenburgischen Landtagsabgeordneten Steffen John, der wirtschaftspolitischer Sprecher seiner Fraktion ist.

    Der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Eckart distanziert sich indes von der AfD: sie stehe „für Positionen, die unserer Sicherheit und unserem Wohlstand die Grundlage entziehen“. Gleichzeitig leitet er heute jedoch die für Lobby-Arbeit zuständige “External Affairs”-Abteilung von Mercedes-Benz, genau jene Abteilung, die jetzt in der Kritik steht.

    Einig sind sich von Klaeden und der AfD-PolitikerJohn vor allem in der Frage von Elektromobilität – die sie in ihrer aktuellen Entwicklung eher ablehnen. Schon zuvor hatte es außerdem Besuche von dem AfD-Abgeordneten im Werk in Ludwigsfelde gegeben, die vor allem von John selbst ausgingen. Der Cheflobbyist des Konzerns von Klaeden wusste somit bestens Bescheid – weder dem Konzernbetriebsrat noch dem Betriebsrat im Werk in Ludwigsfelde sei der Termin jedoch bekannt gewesen.

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