Das Hochwasser im Ahrtal, die heftigste Corona-Welle bisher, das Afghanistan-Desaster, massive Teuerungen – im Jahr 2021 haben uns globale Krisen wie die Umweltkatastrophe, die Pandemie, Kriegsgefahr und die Weltwirtschaftskrise auch in Deutschland betroffen. Gerade in diesen Zeiten haben wir versucht, hunderttausenden Leser:innen eine kritische und unabhängige Perspektive aufzuzeigen und Lösungen vorzuschlagen. Wie hat sich unsere Zeitung entwickelt? Was waren die meistgelesenen Artikel? Und was erwartet euch 2022? – Der Jahresrückblick der Perspektive Redaktion.

Für uns alle war 2021 ein aufreibendes Jahr, bei der auf eine Schlagzeile die nächste folgte. Doch was den großen kapitalistischen Medien fehlte, war die Zusammenhänge hinter den Krisen aufzuzeigen. Wie auch? Gehören sie doch selbst letztendlich Millionär:innen und Milliardär:innen, die aus der Nachricht Geld machen wollen und nicht eine kritische Berichterstattung über ihre Machenschaften wünschen.

Als Perspektive haben wir uns zum Beginn unseres Projekts das Ziel gesetzt, die Sicht der großen Mehrheit dieser Gesellschaft, der Arbeiter:innenklasse, dessen Teil wir selber sind, einzunehmen. Warum ist die Klimawende im Kapitalismus eine Illusion und wie kann ein konsequenter Klimaschutz aussehen? Welche grundsätzliche Haltung sollte man in der Corona-Pandemie einnehmen? Wie kann echte Befreiung in Afghanistan aussehen? Was tun gegen die Teuerungen?

Insgesamt publizierten wir in diesem Jahr über 1000 Artikel zu diesen und vielen weiten Artikeln. Möglich gemacht hat dies unsere Redaktion, die mittlerweile auf vier Personen angewachsen ist sowie unsere rund zwei Dutzend Korrespondent:innen.

Immer mehr Menschen bekommen Perspektive direkt auf ihr Handy

Rund 300.000 mal wurde Perspektive Online von 167.000 Nutzer:innen im Jahr 2021 aufgerufen. Im Unterschied zu 2020 hatten wir weniger Artikel, die „viral“ gingen und damals vereinzelt über 100.000 Menschen auf unsere Website zogen. Doch gerade der Stamm an kontinuierlichen Leser:innen konnte sich leicht erhöhen, Menschen die sich fast täglich auf perspektive-online.net eine neue Sichtweise abholen. Rund 5000 Menschen haben in diesem Jahr mehr als 200 Mal Perspektive Online aufgerufen.

Das zeigt sich auch darin, dass immer mehr Menschen direkt per Push-Nachricht über unsere neusten Nachrichten informiert werden wollen. Besonders dabei geholfen hat eine Neuentwicklung in diesem Jahr, die unsere Unterstützer:innen möglich gemacht haben: eine eigene App! Über die Android-App, bei unseren Newslettern auf Whatsapp und Telegram bekommen nun zusammen über 600 Personen drei mal täglich unsere Infos direkt auf ihr Handy, das ist doppelt so viel wie noch vor einem Jahr.

Perspektive auf Social Media

Auch in den Sozialen Medien konnten wir weiterhin wirken. Bei Twitter erreichten wir 1.400.000 Millionen Tweet-Impressions und konnten 600 neue Follower hinzugewinnen. Auch bei Instagram haben wir 1000 neue Follower gewonnen und mehrere hunderttausend Impressions gehabt.

Besondere Aufmerksamkeit bei unserer Arbeit in den Sozialen Medien hat dabei unsere Arbeit zum Tod von Giorgos Zantiontis gewonnen.

Das Video erhielt auf unseren verschiedenen Plattformen über 200.000 Aufrufe. Damit konnten wir einen Beitrag leisten um eine kleine Protestbewegung zu unterstützen, die an mehreren Orten Deutschlands Aufklärung und Gerechtigkeit forderte.

Bei unserer Video-Arbeit erschien Ende April nach 25 Ausgaben die letzte Folge der „Lockdown“-News, besondere Aufmerksamkeit bekam zudem unser Video über eine große Demonstration gegen das Versammlungsgesetz NRW.

Welche Themen interessierten besonders viele Menschen?

Unsere fünf meist gelesenen Artikel waren

  1. ein Bericht über den Tod des 19-jährigen Qosay K. nach Polizeigewahrsam.
  2. Die Verstrickungen einer deutschen Milliardärsfamilie in eine Nicht-Auslieferung von Impfstoff.

3. Die Einschränkung des Postgeheimnis.

4. Den Kampf schwarzer Mütter in Bremen gegen Rassismus.

5. sowie die Versuche der Deutschen Bahn im Kampf mit der GDL Lohnverzicht durchzusetzen.

Unsere meist gelesenen Kommentare waren:

1. ein Bericht über Jobcenter-Schikane in der Pandemie.

2. Eine kritische Einschätzung des Polizeiverhaltens nach dem Tod von Giogros Zantiotis in Gewahrsam.

3. Eine Einordnung der Kampagne „Zero Covid“ als nicht zielführend für linke Politik.

4. Ein Kommentar zum Hype um „Danger Dan“.

5. Warum der Impfstoff „Astra Zeneca“ zeigt wie mangelhaft der Kapitalismus in der Pandemiebekämpfung funktioniert.

Perspektive-Team-Work

Doch Perspektive Online existiert nicht nur im Internet, sondern auch auf der Straße: Kontinuierlich haben wir jeden Monat eine neue Print-Ausgabe herausgegeben – 60.000 Exemplare wurden in über 15 deutschen Städten verteilt. Für das kommende Jahr haben wir hier schon verschiedene frische Gedanken um unsere gedruckte Zeitung ein wenig zu revolutionieren – ihr könnt gespannt sein!

Besonderen Dank gilt wie immer all den schreibenden, verteilenden, sharenden, likenden, lesenden und natürlich auch den dutzenden aktiven finanziellen Unterstützer:innen, die Perspektive als Mitglied im Verein für politische Bildung und unabhängigen Journalismus, bei Steady oder Paypal möglich machen.

Auch für 2022 haben wir uns in der Redaktion das Ziel gesetzt unsere Arbeit fortzuführen, weiterzuentwickeln und eine Perspektive in Krisenzeiten zu sein. Seien es kommende Angriffe der Regierung, die weitere Entwicklung der Pandemie, neue Wirtschaftscrashs, ausbrechende bewaffnete Konflikte – gemeinsam werden wir auf die Verantwortlichen zeigen, und die Hoffnung hervorheben: diejenigen die für das Leben kämpfen.

In diesem Sinne wünschen wir allen Leser:innen einen guten Rutsch ins neue Jahr!


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