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Dienstag, April 16, 2024
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    “Rapid Pacific 2022”: Deutschland übt den Krieg im Pazifik

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    Die Bundesrepublik entsendet derzeit über ein Dutzend Kampfflugzeuge für Militärübungen in die Asien-Pazifik-Region. Dort bereitet man sich auf die Eröffnung einer zweiten Kriegsfront vor.

    “Rapid Pacific 2022” heißt die neueste Maßnahme der Bundeswehr. Sie wurde am Montag begonnen und stellt die größte Verlegung in der Geschichte der Luftwaffe der Bundeswehr dar. 13 Kampfflugzeuge sollen dabei in die Asien-Pazifik-Region entsendet werden und dort an Übungen des australischen Militärs teilnehmen. Danach folgen Zwischenstopps in Singapur, Südkorea und Japan.

    Das Interesse des deutschen Imperialismus an dieser Region ist kein Geheimnis, ist sie doch von strategischer Bedeutung im Kampf gegen die chinesische Konkurrenz. Erst vor kurzem hatte sich die Konrad-Adenauer-Stiftung, die als CDU-Denkfabrik einen beträchtlichen Einfluss auf die Erarbeitung einer Strategie des deutschen Kapitals hat, in ihrem Strategiepapier  „Das Ende der Naivität – Deutschland und die EU im globalen Wettbewerb zwischen den USA und China“ mit den Möglichkeiten im Konkurrenzkampf mit China befasst. Darin wird unter anderem ein „signifikantes, dauerhaftes militärisches Engagement im Indo-Pazifik“ vorgeschlagen, sofern man nicht dauerhaft die zweite Geige hinter den USA spielen wolle.

    Deutscher Imperialismus auf Konfrontationskurs zu China?

    Diese Überlegungen liegen auch der “Rapid Pacific 2022”-Maßnahme zugrunde, wenngleich diese eher symbolischen Charakter trägt: Ingo Gerhartz, seines Zeichens Inspekteur der Luftwaffe, spricht von einer “Machtdemonstration”. Man wolle zeigen, dass die Luftwaffe schnell einsetzbar sei, und das sowohl im Pazifik als auch an der Ostflanke der NATO, also nicht nur gegen Russland, sondern auch gegen China.

    Damit ist auch dieses Manöver Teil der Weltkriegsvorbereitungen von allen Seiten und zeigt die Bestrebungen der BRD, die eigene Armee kriegsfähig zu machen. Sie schließt damit an die Fahrt der Fregatte “Bayern” an. Dieses Kriegsschiff war bereits ein halbes Jahr bis Februar 2022 im Pazifik unterwegs.

    Deutschland schickt Kriegsschiff in den Indopazifik

    Im Zuge von “Rapid Pacific” wird sich die Luftwaffe an den australischen internationalen Militärübungen “Pitch Black” und “Exercise Kakadu” beteiligen. Danach werden einige Flugzeuge an Übungen mit den Luftstreitkräften Singapurs teilnehmen. Andere werden nach Japan verlegt und eines wird einen Kurzbesuch in Südkorea unternehmen.

    Der Kontakt zu diesen Ländern ist mit Blick auf den Kampf gegen China und dessen Einkreisung wichtig für die NATO-Staaten.

    Für das nächste Jahr ist dann eine weitere Mission der Bundeswehr geplant. Dann sollen zwei Kriegsschiffe in den Pazifik entsendet werden. Ende letztes Jahr hatte Marineinspekteur Kay-Achim Schönbach dafür eine Durchfahrt durch die Straße von Taiwan ins Spiel gebracht. Der völkerrechtliche Status dieser Meerenge zwischen China und Taiwan ist international umstritten: die NATO betrachtet sie als internationales Gewässer, China hingegen betont, es handele sich um sein Hoheitsgebiet.

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