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Samstag, Juli 20, 2024
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    Israelische Armee plant Invasion in Gaza – neue „Nakba“ befürchtet

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    Die israelische Armee hat am Freitag rund eine Million Menschen aufgerufen, ihre Wohnungen innerhalb Gazas innerhalb von 24 Stunden zu verlassen. Die UN fordert eine Rücknahme dessen, die „Jüdische Stimme für Frieden“ spricht von einem drohenden „Völkermord“.

    Am Freitag früh hat die israelische Armeeführung alle Zivilisten in Gaza aufgefordert, den nördlichen Teil Gazas zu verlassen und sich südlich des Wadi Gaza in die Mitte des Gazastreifens zurückzuziehen. Die israelische Armee IDF (Israel Defense Forces) werde in den nächsten Tagen „signifikant“ in Gaza operieren. Die Hamas habe einen Krieg gegen Israel begonnen, in Gaza-Stadt würden Militäroperationen stattfinden und Kämpfer würden sich in Häusern „unschuldiger Zivilisten“ verschanzen. Sie forderte deshalb zur Flucht auf. Eine Rückkehr nach Gaza für diese Zivilisten sei dann aber nur möglich, wenn es eine erneute Erlaubnis gebe.

    “Wir werden eine Situation haben, in der, wer auch immer Gaza anführt, geschlagen wird. Wir werden ihn vernichten”, erklärte der oberste General Herzi Halevi.

    Die Vereinten Nationen forderten Israel zur Rücknahme der „entsetzlichen“ Forderung auf: „Dies wird nur zu einem noch nie dagewesenen Ausmaß an Elend führen und die Menschen in Gaza weiter in den Abgrund stürzen.“ Es sei an der Zeit, dass “die Menschlichkeit die Oberhand gewinnt.”

    Seit dem 7. Oktober seien bereits über 423.000 Menschen vertrieben worden. Mehr als 270.000 von ihnen hätten Zuflucht in UNRWA-Unterkünften gefunden. Eine Flucht in Richtung Ägypten ist nicht möglich, da der Grenzübergang noch geschlossen ist.  Ägypten befürchtet eine Fluchtwelle. Dort leben bereits zehntausende Palästinenser:innen. Zudem hat es Bombardements auch dieses Übergangs gegeben.

    Die Folgen der Blockade

    Unterdessen warnt die Organisation „medico International“ vor den Folgen der Blockade bei der Lieferung von Lebensmitteln, Elektrizität und Treibstoff, die bereits durch den israelischen Staat verhängt wurde. Die Blutreinigung für Dialyse-Patient:innen müsse eingestellt werden, was zum Tod von 1.100 Patienten mit Nierenversagen führen werde, darunter 38 Kinder. Zudem bestehe eine ernsthafte Gefahr für das Leben von 100 Frühgeborenen in Brutkästen.

    Es käme zum Ende der Arbeit von Laboratorien und Blutbanken sowie diagnostischer Dienste für medizinische Teams, um die Verletzten der israelischen Angriffe behandeln zu können. Außerdem werde ein Ausfall von Aufzügen befürchtet, was den Transport von Verwundeten und Kranken zwischen Abteilungen und OP-Sälen erschwere. Überdies würden Sterilisationsgeräte, Sauerstoffgeräte, Entsalzungsanlagen und die Wasserversorgung von Krankenhaus-Abteilungen unterbrochen.

    Außerdem dürfte bald die Kommunikation mit der Außenwelt aufgrund leerer Handys unmöglich werden und das Internet abgestellt sein. Gaza würde in Dunkelheit liegen und Kriegsverbrechen könnten verborgen bleiben. Der israelische Kriegsminister Galant hatte bereits erklärt, man werde die Palästinenser wie „menschliche Tiere“ behandeln.

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    Die große israelische Menschenrechtsorganisation “B’Tselem” hat erklärt, dass trotz der „schockierenden Kriegsverbrechen“, die von der Hamas begangen worden seien – und in der auch Mitglieder der eigenen Organisation umgekommen sind – ein „humanitäres Desaster“ verhindert werden müsse.

    Die Organisation „Jews for Peace“ äußerte sich ähnlich: „Die israelische Regierung hat einen völkermörderischen Krieg gegen die Bevölkerung von Gaza erklärt“. Als eine Organisation, die sich für eine Zukunft einsetze, in der Palästinenser:innen und Israelis und alle Menschen in Gleichheit und Freiheit leben, rufe sie „alle Menschen mit Gewissen auf, den drohenden Völkermord an den Palästinensern zu stoppen.“

    Die wahllosen Massaker der Hamas seien durch „nichts zu rechtfertigen“. Schlimmer noch: nun würden die israelische und die amerikanische Regierung diese Todesfälle auf „erschreckende Weise als Waffe“, nutzen, um einen „völkermörderischen Krieg gegen die Palästinenser im Gazastreifen“ anzuheizen. Dieser Krieg sei eine „Fortsetzung der Nakba, als 1948 zehntausende von Palästinensern auf der Flucht vor der Gewalt in Gaza Zuflucht suchten. Er ist die Fortsetzung von 75 Jahren israelischer Besatzung und Apartheid.“ Nie wieder heiße „nie wieder – für niemanden“.

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