Interview mit Alassa Mfouapon, einem ehemaligen Sprecher der Geflüchteten von Ellwangen

Ellwangen wurde zum Symbol für den organisierten Flüchtlingsprotest, als die BewohnerInnen Ende April die Abschiebung eines Ghanaers verhinderten. Der Kameruner Alassa Mfouapon war führend an dem friedlichen Widerstand beteiligt. Am 20. Juni wurde er brutal nach Italien abgeschoben, nun wird eine Solidaritätskampagne für seine Rückkehr gestartet. Wir haben ihn interviewt.

Wie lief deine Abschiebung am 20. Juni ab?

Die Abschiebung war brutal und gewalttätig. Ich wurde wie ein großer Verbrecher in Handschellen gelegt und von der rassistischen Polizei verwundet, die mich auf dem Boden fixierte.

Warum denkst du, dass du abgeschoben wurdest?

Sie haben mich abgeschoben, da der Dublin-Prozess wenige Monate zuvor begonnen hatte und sie meinen Fingerabdruck in Italien gefunden haben. Deshalb soll mein Asylverfahren in Italien abgeschlossen werden.

Nach unserem Protest vom 30. April wurde ich am 3. Mai von der Polizei in meiner Unterkunft verhaftet. Doch viele Anklagepunkte blieben mir vorenthalten. Am 9. Mai entschieden wir uns, die Situation selbst zu klären, indem wir uns selbst erklärten.  Ich war einer der Anführer der Demo, die Migranten aufrief, für ihr Recht zu kämpfen.

Im Anschluss wurde ich beschuldigt, gefälschtes Geld zu verwenden. Es folgten viele Vorwürfe, bis letztlich die Abschiebung nach Italien stattfand.

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Wie sind deine Lebensbedingungen gerade in Italien?

Nach meiner Abschiebung wurde ich hier auf die Straße geworfen. Tagsüber lebe ich in der Kirche, nachts schlafe ich am Bahnhof.

Warum willst du wieder nach Deutschland kommen?

Nach meiner Abschiebung wurde ich in Italien schlecht empfangen – ich möchte nicht obdachlos werden.

Wie können Menschen deinen Kampf unterstützen?

Nach meiner Abschiebung wurde mir vorgeworfen, gefälschte Geldmittel verwendet zu haben, und am Tag der Abschiebung selbst wurde ich von der Polizei misshandelt. Ich möchte anprangern, was sie mir angetan haben – und das was sie mir vorwerfen, ist nicht begründet.

Es gibt nun eine Petition, die man unterschreiben kann. Darin wird gefordert, dass ich wieder nach Deutschland zurückkehren kann. Wer außerdem unterstützen möchte, kann eine Mail an den Freundeskreis-alassa@gmx.de schreiben.

Anmerkung der Redaktion: Die Petition kann hier gefunden werden. Sie wurde bereits von bekannten Persönlichkeiten wie dem Musiker Max Herre oder Jean Ziegler, Mitglied im Beratenden Ausschuss des UN-Menschenrechtsrates, unterschrieben.